Dank des raschen medizinischen Fortschritts sind die Überlebensraten von an Krebs erkrankten Kindern und Jugendlichen in den letzten Jahren stark gestiegen, in Österreich liegt die Überlebensrate bei über 80 Prozent.

Die intensive Therapie, die für eine erfolgreiche Behandlung erforderlich ist, führt zu den bekannten akuten Nebenwirkungen wie Erbrechen oder Haarausfall. Diese unmittelbaren Nebenwirkungen bilden sich nach Abschluss der Therapie meist zurück.

Ca. zwei Drittel aller Survivors müssen jedoch mit Spätfolgen aus Therapie und Erkrankung leben. Diese Spätfolgen können auch erst mehrere Jahre nach Therapieende auftreten und zudem physischer wie auch psychosozialer Natur sein. Durch stetige Weiterentwicklung in Krebstherapie und individuelle Anpassung der Therapie an den/die PatientInnen wird versucht auch die Spätfolgen zu verringern.

Das Warten auf Spätfolgen?

Generell gilt: Eine Früherkennung von Spätfolgen ist besonders wichtig, um erfolgreich behandeln zu können.Welche Spätfolgen zu erwarten sind, ist abhängig von Tumor, Geschlecht, Diagnose, Alter und Therapieform.  Eine pauschale Antwort, welche Spätfolgen bei den ehemaligen PatientInnen auftreten werden, gibt es nicht. Denn jeder Survivor hat sein eigenes Risikoprofil an gesundheitlichen Langzeitfolgen, die auftreten können. Je intensiver die Behandlung war, umso größer ist das Risiko, dass Spätfolgen die Lebensqualität der Survivors beeinträchtigt.

Häufig auftretende körperliche Spätfolgen umfassen Einschränkungen des Bewegungsapparates, verminderte Fertilität oder Unfruchtbarkeit, Hormoninsuffizienzen, kardiovaskuläre Erkrankungen, Lungenerkrankungen, vermindertes Hör- oder Sehvermögen, Nieren- oder Leberschäden, Wachstumsstörungen, neuropsychologische Beeinträchtigungen, Entwicklungsverzögerungen und psychosoziale Spätfolgen wie zum Beispiel krankheitsbezogene Ängste. Zum Risiko, therapieinduzierte körperliche Spätfolgen davonzutragen, kommt zusätzlich das erhöhte Risiko, auch noch Jahre nach der Behandlung an einer weiteren Krebsart – einem sogenannten Zweitmalignom – zu erkranken.

Der Umgang mit körperlichen Spätfolgen kann zu emotionalen und sozialen Problemen in den verschiedensten Lebensbereichen führen. Zwar sind diese Probleme häufig als angemessene Reaktion auf die Belastung durch das lebensbedrohliche Ereignis der Krebserkrankung oder deren Folgen zu sehen, dennoch können sie für die Betroffenen einen erheblichen subjektiven Leidensdruck bedeuten, der Unterstützung erfordert.

In Bezug auf Spätfolgen im sozialen Bereich wird häufig von sozialen Anpassungsschwierigkeiten, eingeschränkten Sozialkompetenzen bis hin zu sozialer Isolation der Survivors berichtet. Der

Der Weg zurück ins Leben

Einige Spätfolgen machen sich im Alltag schnell bemerkbar. Aus diesem Grund benötigen alle ehemaligen KinderkrebspatientInnen eine spezielle Nachsorge und unterschiedliche Vorsorgemaßnahmen. Diese Nachsorge besteht neben regelmäßigen medizinischen Untersuchungen und Kontrollen aus einer psychosozialen Nachbetreuung der Survivors und ihrer Angehörigen.Unter Fachleuten herrscht international Einigkeit darüber, dass es für Krebsüberlebende einer lebenslangen Nachsorge bedarf. Da aber jede/r noch so junge/r KrebspatientIn auch einmal erwachsen wird, ist eine erfolgreiche Transition, also eine Überleitung von der Kinder- in die Erwachsenenmedizin, eine besondere Herausforderung bei Krebs im Kindes- und Jugendalter.Wir Survivors erwarten uns von einer gelungenen Transition neben der Aufklärung über Spätfolgen Empfehlungen, an welche ExpertInnen wir uns im Erwachsenenalter wenden können. Oft sind AllgemeinmedizinerInnen und FachärztInnen mit den Spätfolgen von Kinderkrebserkrankungen nicht vertraut, weil sie nicht über das entsprechende Detailwissen verfügen. Gelingt diese Überleitung nicht, irren Survivors von einer/einem Ärztin zur/m andere/n. Eine Versorgungslücke, die es zu schließen gilt.